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Was ist Quartiersmanagement? Gegenwärtig wird das Wort "Quartiersmanagement"
oft synonym für unterschiedliche Konzepte verwendet, die von verschiedenen
Ansatzpunkten ausgehen. Um die Unterschiede zu verdeutlichen, werden die
verschiedenen Formen des Quartiersmanagements im Folgenden kurz erläutert
und voneinander abgegrenzt. Grundsätzlich aber ist Quartiersmanagement
eine Maßnahme der Stadtentwicklung, die einen bestimmten Stadtteil aufgreift,
welcher durch ein innovatives und aktivierendes Management in verschiedener
Hinsicht gefördert werden soll. Hierbei geht es darum, verschiedene Akteure
des Viertels, wie Anwohner und Gewerbetreibende, aber auch Akteure aus
den Bereichen Verwaltung, Politik, privater Wirtschaft und Vereinen an
einen Tisch zu bringen um einen Selbsthilfeprozess zu aktivieren.
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Das Quartiersmanagement im Sinne der "sozialen Stadt"
- Quartiersmanagement als Strategie privater Eigentümer/Business
Improvement District - BID
- Beispiel Bayern: Das Projekt "Leben findet Innenstadt"
- Was ist Citymarketing/ Stadtmarketing?
- Das südliche Bahnhofsviertel in München: Quartiersentwicklung
durch identitätsorientierte Markenführung
Das
Quartiersmanagement im Sinne der "sozialen Stadt"
Das Quartiersmanagement ist ein Länder-Programm mit dem Untertitel "Stadtteile
mit besonderem Entwicklungsbedarf - Soziale Stadt". Es wurde entwickelt,
um benachteiligte (Wohn-) Quartiere aufzuwerten und um der zunehmenden
sozialen und räumlichen Spaltung in den Städten entgegenzuwirken. Das
Quartiersmanagement wird meistens von einer Person geführt, die vor Ort
in einem Stadtteilbüro, die Anlaufstelle für die Bewohner ist. Das Quartiersmanagement
soll die Bürgerinnen und Bürger motivieren sich in den Entwicklungsprozess
ihres Viertels einzubringen. Darüber hinaus ist das Quartiersmanagement
Vermittler und Berater der Bewohnerinnen und Bewohner. Grundlage für die
Arbeit im Viertel ist ein integriertes Handlungskonzept, welches ein Leitbild
für alle wichtigen Maßnahmen im Quartier beinhaltet wie zum Beispiel die
Finanzierung, die zeitliche Abfolge der Maßnahmen. Das Quartiersmanagement
der sozialen Stadt stellt eine Herangehensweise oder Strategie "von unten"
da. Das heißt, die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Akteure
im Viertel ist maßgebend. Sie sollen dauerhaft in den Entwicklungsprozess
eingebunden werden; über die Artikulation von Bedürfnissen werden Maßnahmen
und Projektideen von den Bewohnern direkt mitgetragen.
Interessante Links zum Thema "Soziale Stadt":
www.sozialeStadt.de
www.soziale-stadt-muenchen.de
www.quartiersmanagement-berlin.de
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Quartiersmanagement
als Strategie privater Eigentümer/ Business Improvement District - BID
Ein
weiterer Ansatz ist das Quartiersmanagement als Strategie von privaten
Immobilieneigentümern in Zusammenarbeit mit den Kommunen. Ein aus
dem angelsächsischem Raum stammender Ansatz ist das Business Improvement
District (BID), ein auf gesetzlicher Basis geregelter (Pflicht-) Zusammenschluss
von Eigentümern und Mietern in vorwiegend vom Einzelhandel geprägten
Innenstadtquartieren.
Erreicht werden soll mit diesem Ansatz eine langfristig angelegte Entwicklung,
Positionierung und Vermarktung eines Quartiers.
Ein BID hat das Ziel wirkungsvolle kleinräumige Umfeldverbesserungen
durchzuführen. Dies kann z.B. durch Steigerung von Sicherheit und
Sauberkeit im öffentlichem Raum, die Aufwertung des Straßenbildes
durch Pflasterung und Möblierung, aber auch durch Marketing und die
Ansiedlung neuer Betriebe erreicht werden.
Ein BID basiert auf einer Abgabe der Grundeigentümer eines abgegrenzten
Gebietes (z.B. Straßenzug, kleines Quartier), die als Aufschlag
auf die Grundsteuer von der Kommune erhoben und an eine private Managementgesellschaft
(von den Grundeigentümern gegründet) weitergeleitet wird. Die
Einrichtung eines BID kann nur auf Initiative der Grundeigentümer
und der ansässigen Betriebe eingeleitet werden. Voraussetzung ist
aber eine Mehrheit der Grundeigentümer! Durch ein Landesgesetz werden
alle Grundeigentümer im BID zur Zahlung der Abgabe verpflichtet.
Am Ende der Laufzeit löst sich das BID automatisch auf, es sei denn,
es wird in einer neuen Abstimmung von den Grundeigentümern verlängert.
Wichtig für BIDs ist, dass sie auf privatem Engagement aufbauen und
keine öffentlichen Gelder in Anspruch nehmen.
BIDs wurden Anfang der 1970er Jahre in Kanada erfunden, dort gibt es heute
circa 300 BIDs; in den USA gibt es 1400 BIDs. Verlässt man Nordamerika
und schaut nach Deutschland, so stehen BIDs noch am Anfang. Probleme ergeben
sich vor allem bei der Verankerung der Abgabenzahlungen im Landesgesetz.
Unter Juristen bestehen unterschiedliche Auffassungen über die Zulässigkeit
der Abgaben. Der Freistaat Bayern hat BIDs eine klare Absage erteilt.
Interessante Links zum Thema BID:
www.bid-aktuell.de
www.bid-hessen.de
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Beispiel
Bayern: Das Projekt „Leben findet Innenstadt“
Die
Oberste Baubehörde des Freistaat Bayerns stellte im Jahr 2005 das
Modellvorhaben „Leben findet Innenstadt“ vor. Diese Initiative
basiert auf „Public-Private-Partnership“, also die Kooperation
von öffentlicher Hand und Privaten. Sie soll die Innenstädte
und Ortszentren stärken. Das Modellvorhaben richtet sich an bayerische
Städte und Gemeinden, die gemeinsam mit Grundstücks- und Immobilieneigentümern,
Gewerbetreibenden und Bewohnern die Initiative ergreifen und ein innerörtliches
Gebiet aktivieren wollen.
Diesen werden in der Umsetzungsphase Fachleute aus den Bereichen Städtebau
und Einzelhandelsgeographie als professionelle Prozessbegeleitung zur
Verfügung gestellt. Außerdem soll ein Projektmanager die Zusammenarbeit
über einen Zeitraum von zwei Jahren organisieren und die unterschiedlichen
Interessengruppen zusammenführen. Die oberste Baubehörde übernimmt
für diese Person einen wesentlichen Anteil der Vergütung, mindestens
ein Drittel muss aber von privater Seite bereitgestellt werden.
Im Projektzeitraum 2006/2007 sollen öffentliche und private Aktivitäten
gebündelt und investive und nichtinvestive Projekte entwickelt, gestaltet
und umgesetzt werden. Weitere Ziele sind z.B. die Nutzungsvielfalt und
Lebendigkeit der Innenstädte und Ortskerne durch Aktivitäten
von Eigentümern, Einzelhändlern, Dienstleistungs- und Handwerksbetrieben
zu stärken, um den urbanen Zusammenhang von Wohnen, Arbeiten, Versorgen
und Kultur wieder attraktiv zu machen. Außerdem sollen private Aktivitäten
und Investitionen angestoßen und Rahmenbedingungen für private
Investoren geschaffen werden.
Interessante Links zum Thema "Leben findet Innenstadt":
www.lebenfindetinnenstadt.de
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Was
ist Citymarketing/ Stadtmarketing?
Das
Citymarketing, ist eine weitere Strategie mit der die Attraktivität
der Innenstädte gefördert werden kann. Citymarketing gehört
nicht direkt in den Bereich des Quartiersmanagements. Vielmehr ist das
Citymarketing eine Säule des Stadtmarketings, welches ein Leitbild
für die Stadt formuliert und die Stadt als „Produkt“
betrachtet. Weitere Säulen des Stadtmarketings sind z.B. das Tourismusmarketing
oder das Standortmarketing. Das Stadtmarketing hat die gesamte Stadt als
Gesamtprodukt darzustellen. Das Citymarketing hingegen ist für die
Innenstadt verantwortlich (also für einen räumlich abgegrenzten
Bereich) und soll vor allem die Attraktivität steigern und den Einzelhandel,
der im Kontext der großen Einkaufszentren auf der „grünen
Wiese“ gestärkt werden sollte, positionieren. Ein Citymanager
kümmert sich um diese Belange. Mittel sind u.a. die Steigerung des
Faktors Erlebnis in der Stadt (Straßenfeste, Aktionen), die Gestaltung
des Stadtbildes und vor allem das Werben für die City (z.B. City-Zeitung,
Imagewerbung). Der Citymanager ist darüber hinaus Ansprechpartner
für alle Akteure des Viertels. Er bündelt alle Maßnahmen
und Interessen, so dass ein Ziel schneller und effektiver erreicht werden
kann.
Interessamte Links zum Thema Citymarketing:
www.bcsd.de
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Das südliche Bahnhofsviertel
in München: Quartiersentwicklung durch identitätsorientierte
Markenführung
Das südliche
Bahnhofsviertel in München ist geprägt durch ein Nebeneinander
verschiedener Nutzungen, Branchen und Bevölkerungsgruppen. Diese
Eigenschaften bieten ein großes Potential für Großstadtflair
und Multikultur, sowie für innovative Start-Up-Unternehmen und exklusive
Hotels. Diese Qualitäten überlagern sich mit der Dominanz von
Sexshops und Spielhallen. Durch eine Zusammenarbeit mit den beteiligten
Einwohnern und Akteuren sollen Quartiersidentität und das Quartiersimage
gestärkt werden. Ziel ist eine Quartiersentwicklung durch identitätsorientierte
Markenführung zu erreichen.
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